Rheinpfalz vom 05.11.2012: Frischer, frecher Sound kommt gut an

Beim 40. Martinikonzert der Dürkheimer Stadtkapelle besteht neuer Dirigent Alfred Hann seine Bewährungsprobe

Von Doris Aust

Bad Dürkheim. Es ist das absolute Lieblingskonzert der Dürkheimer: das Martinikonzert der Stadtkapelle. In diesem Jahr fiel die 40. Auflage dieses musikalischen Sonntagsgenusses zusammen mit dem 175-jährigen Bestehen des Hauptsponsors, der Sparkasse Rhein-Haardt.Zugleich war es das erste Konzert unter der Leitung des neuen Dirigenten Alfred Hann, und alle waren gespannt, ob sein Dirigat dem gewohnten Klang des Orchesters eine neue Farbe geben würde. Um es vorwegzunehmen: Ja, da hat sich etwas verändert. Besonders deutlich konnten es die Zuhörer bei „In the Miller Mood“ wahrnehmen, nach dem Arrangement von Warren Barker. Das war ein frischer, frecher Sound, wie ihn auch Jochen Rinck, Vorsitzender der Stadtkapelle, in seiner wie immer kenntnisreichen Moderation ankündigte.Das Jubiläumsjahr war Anlass, gleich zwei Solisten einzuladen. Auf der Solo-Klarinette spielte Anton Hollich, Mitglied des Sinfonieorchesters Baden-Baden, zunächst das Adagio aus dem Konzert in A-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, das als Filmmusik aus „Jenseits von Afrika“ bekannt geworden ist. Seine virtuose Spieltechnik bewies Anton Hollich mit dem „Csárdás “ von Vittorio Monti und „Hora staccato“ des rumänischen Komponisten Grigora? Dinicu, der als Violinist von Roma-Abstammung mit diesem Stück große Erfolge feierte. Dass es auch auf der Klarinette gelingt, diese schwindelerregenden Tonfolgen zu spielen, bewies Hollich meisterhaft und eroberte damit die Herzen der Zuhörer im Sturm.

Als Stargast angekündigt war Claus Eisenmann, Mitbegründer der „Söhne Mannheims“ und seit einiger Zeit als Solokünstler aktiv. Selbstverständlich konnte sein Auftritt daher nur mit „Und wenn ein Lied“ aus dem Repertoire der Erfolgsgruppe beginnen. Im schokoladenbraunen Satinanzug ging er ins Publikum, um hautnah seine Fans zu begeistern. Da durfte die überaus beliebte Tenorarie „Nessun dorma“ aus Puccinis „Turandot“ nicht fehlen, mit der schon Luciano Pavarotti und Andrea Bocelli glänzten. Eisenmanns helle Tenorstimme benötigte dafür allerdings eine Unterstützung durch das Mikrophon. Als Coverversion folgte ein Tom-Jones-Medley, bei dem der Sänger den Text weitgehend vom Blatt ablesen musste, was der Begeisterung des Publikums keinen Abbruch tat.

Die Stadtkapelle hat auch in ihren eigenen Reihen großartige Solisten. Die Saxophonspieler Rudolf Riedle (Altsaxophon) und Fred Setzkorn (Tenorsaxophon) besitzen ein geniales Gefühl für ihr Instrument und lassen keinen Zweifel an ihrer Meisterschaft. Mit dem Stück „Saxpack“ des österreichischen Komponisten Otto M. Schwarz, der vor allem für seine sinfonische Blasmusik und zahlreiche Filmmusiken bekannt ist, interpretierten sie gekonnt moderne Blasmusik. Wie immer eröffnete die Jugend der Stadtkapelle das Konzert mit einer Fanfare, dieses Mal war es die Eurovisionsmelodie, auf die Auszüge aus der Operette „Die Fledermaus“ folgten. Sauber intoniert war auch das Medley mit den 60er-Jahre-Hits von Neil Diamond. Hier waren die Nachwuchsmusiker mit besonders großer Begeisterung bei der Sache.

Den Abschluss des Martinikonzerts bildet traditionsgemäß der gemeinsame Auftritt aller Musiker der Stadtkapelle. Für die Freunde der Marschmusik erklang der „Montana Marsch“ von Heinz Herrmannsdörfer, der ab 1978 zu den Original Egerländer Musikanten gehörte. Eine Musikrichtung, die auch der neue Dirigent der Stadtkapelle liebt und bei der die Dürkheimer immer wieder gern mitklatschen. Mit diesem zweistündigen Konzert hat Dirigent Alfred Hann seine Bewährungsprobe beim Publikum erfolgreich bestanden.

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