Pressebericht zur Jahreshauptversammlung am 16.07.2021: Nüchterne Bilanz und doch Hoffnung für die Zukunft

Nach über einem Jahr Corona-Pandemie zog der Vorstand der Stadtkapelle Bad Dürkheim e.V. am vergangenen Freitag im Haus Limburgblick im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung eine erste Zwischenbilanz. 

Leider musste sich der Verein 2020 von seinem Ehrenmitglied Ernst Anicker verabschieden, der am 22. Mai im Alter von 91 Jahren verstarb und so begann die Versammlung mit einem Moment des Innehaltens und des Gedenkens.

Anschließend war es am 1. Vorsitzenden Hagen Hiller, ein unglaubliches Jahr zusammenzufassen. So begann er mit der Feststellung, dass die Corona-Pandemie fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens, auch die Stadtkapelle Bad Dürkheim, nicht verschont hat. Während der beiden Lockdowns im vergangenen Jahr war das Vereinsleben praktisch eingestellt.
Während Hiller in der letztjährigen Jahreshauptversammlung noch voller Enthusiasmus die für das Jahr 2020 geplanten Projekte vorstellte, darunter eine Bildungsreise nach Berlin und die Klassiker Stadtfest, Dürkheimer Wurstmarkt und natürlich das Martini-Konzert zum Jahresende, fiel sein diesjähriger Bericht eher ernüchternd aus.

Der sonst so gut gefüllte Terminkalender der Stadtkapelle blieb nach den beiden Auftritten an Fastnacht und dem Neujahrsempfang in der voll besetzten Salierhalle für den Rest des Jahres nahezu leer. Ein kurzes Zwischenspiel beim virtuellen Wurstmarkt war deshalb auch mehr ein Lebenszeichen als ein Highlight im Vereinsleben.

Hiller berichtete von den Schwierigkeiten, denen sich der Vorstand während des letzten Jahres, nicht zuletzt durch die sich ständig ändernden Corona-Verordnungen, ausgesetzt sah. Es sei mit sehr großem organisatorischem Aufwand verbunden gewesen, Räumlichkeiten für einen Probenbetrieb, den die Pandemie-Bestimmungen zumindest für wenige Wochen im Sommer zuließen, zu finden. Und so seien die Proben, die während der kurzen Sommerphase auf dem Gelände des Pfälzerwald-Vereines Seebach e.V. hatten stattfinden können, eigentlich mehr dazu da gewesen, das Vereinsleben irgendwie aufrecht zu halten, als das Orchester musikalisch weiter voranzubringen. Aber es gab sie, die wenigen Proben im Limburgblick und sie wurden von allen Seiten dankbar angenommen, schließlich waren es seltene Gelegenheiten für die Musiker, sich unter den vorherrschenden Einschränkungen mal wieder zu treffen und gemeinsam Musik zu machen. Hiller sprach auch die CD-Aufnahme an, die den Corona-Beschränkungen zum Opfer fiel. Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Die Stadtkapelle plant schon für den Herbst einen neuen Anlauf.

Aber, und das gilt es besonders hervorzuheben, es gab auch Lichtblicke. So konnten Hiller und die Jugendverantwortliche Lena Kalbfuß vom Start des Jugendorchesterprojekts „JuST music – Jugend der Stadtkapelle“ berichten. Nach intensiven Vorbereitungen habe am 8. März 2020 ein Infotag im Musikkeller stattgefunden, der von vielen jungen Nachwuchsmusikern und deren Eltern besucht worden sei. Zwar fiel auch der für das Ende der Osterferien geplante Orchesterstart Corona bedingt ins Wasser, aber das gute Gefühl und die Begeisterung der jungen Nachwuchsmusiker lassen hoffen, dass dieses Projekt nach Corona ein Erfolg wird.

Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Neuwahl des Vorstands. Die 2. Vorsitzende Steffi Riedle bedankte sich bei dem alten Vorstand, allen voran bei dem 1. Vorsitzenden Hagen Hiller, für die sehr gute Zusammenarbeit, auch während der schweren und sehr aufreibenden Corona-Zeit. Da dem Vorstand insgesamt eine gewissenhafte und transparente Geschäftsführung attestiert wurde, war es nicht verwunderlich, dass mit Ausnahme der aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wahl angetretenen Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit Katharina Arens, alle Vorstandsmitglieder in ihre Ämter wiedergewählt wurden. Für die ausscheidende Katharina Arens wurde Dirk Rech, der seit 2019 das Orchester an der Bassposaune verstärkt, in den Vorstand gewählt.

Die Jahreshauptversammlung endete mit der Erkenntnis, dass die Pandemie eine Belastungsprobe für den Verein darstellt, die aber mit Engagement, Zusammenhalt und einer positiven Einstellung ein gutes Ende finden wird. Die Stadtkapelle Bad Dürkheim freut sich darauf, in Zukunft wieder musikalisch von sich reden zu machen.