Rheinpfalz: Großes Kino mit der Stadtkapelle

Traditionelles Martinikonzert in der Salierhalle wartet mit einigen Überraschungen auf - Marike Senft als Musical-Star

Von Jochen Schwan

Bad Dürkheim. Ein rundum gelungenes Programm mit einigen Überraschungen bot das 38. Martinikonzert der Stadtkapelle Bad Dürkheim gestern Vormittag in die Salierhalle in Bad Dürkheim.

Begonnen wurde im nahezu ausverkauften Saal mit einem beschwingten Marsch von Wassili Agapkin, der sämtliche Zuhörer aus der eventuell noch vorhandenen sonntäglichen Müdigkeit erweckte.. Jochen Rinck, der Vorsitzende der Stadtkapelle, führte dann auch in bekannt kompetenter Art auch durch den weiteren Verlauf des Programms, welches immer wieder Überraschungen zu bieten hatte. Zunächst ging es weiter mit der „Moldau" von Smetana, bevor der bei der Stadtkapelle immer gern begrüßte Gast Alexander Wurz bewies, was für ein ausgezeichneter Solist er auf dem Tenorhorn ist. Mit dem Stück „Tre Canzone" konnte die Stadtkappelle eine bundesdeutsche Uraufaufführung zu Gehör bringen, die dem Publikum vermittelte, was auf einem Tenorhorn machbar ist.

Dirigent Alexander Felz nutzte das Können seines Kollegen auch, um für dieses Instrument an späterer Stelle zu werben, da die Stadtkappelle hier noch keine Nachwuchsmusiker gewinnen konnte. Nach diesem Auftritt von Wurz müsste der musikalische Nachwuchs der Stadtkapelle allerdings förmlich die Türen einrennen, so gute Werbung für das Instrument wurde hier geleistet. Im Anschluss überzeugte die Stadtkappelle auch mit Elsas Brautmarsch aus Richard Wagners „Lohengrin" Danach wurden die Vorhänge im Saal geschlossen und das Licht gedimmt, denn die nun folgenden Soundtrack-Highlights aus dem Hollywood-Blockbuster „Avatar" mit der für den Oscar nominierten Musik von James Horner wurden passenderweise durch entsprechende Filmsequenzen auf der großen Leinwand unterstützt. Anstelle einer Konzertpause konnte dann der Nachwuchs zeigen, was er kann und tat dies auch in überzeugender Art und Weise unter der Leitung von Stefan Riedle. Die Solisten Maximilian Krack (Trompete), Jens Kolbenschlag (Alt-Saxophon), Julian Reuter (Posaune) und Felix Moll (Gitarre) wurden ebenso wie das gesamte Orchester von den Anwesenden mit viel Beifall bedacht.

Im zweiten großen Block des Vormittages kam dann die zweite, wenn auch angekündigte Überraschung. Die Stadtkapelle ließ sich durch die 24-jährigen Gesangsstudentin Marike Senft beim Vortrag berühmter Musical-Melodien unterstützen. Hieraus alleine hätte Alexander Felz ein abendfüllendes Programm entwickeln können. Die Sängerin, ein Kind Bad Dürkheims, wurde mit ebenso großem Applaus bedacht wie die weiteren Solisten aus den eigenen Reihen; Rudolf Riedle am Alt-Saxophon, Fred Setzkorn an der Flöte und Patrick Riedle an der Gitarre.

Bei „El Cumbanchero", einem Samba-Klassiker aus der Feder von Rafael Hernandez, der schon beim ersten Ton von jedem erkannt wird, konnte die Rhythmus-Gruppe der Stadtkapelle dann auch noch beweisen, das sie auch zum Ende eines Konzertes noch einiges an Kraft aufbringen kann. Dirigent Felz lies sie gewähren, und spätestens nachdem das Orchester wieder eingesetzt hatte, dürfte so manches Tanzbein im Saal unruhig geworden sein.

Abgeschlossen wurde dieser rundherum gelungene Auftritt der Stadtkapelle in traditioneller Weise mit einem Marsch. Dieser gehört nun einmal dazu, wenn ein Militärmusiker wie Alexander Felz den Taktstock in der Hand hat. Bevor dies aber geschah, übernahm der Dirigent selbst noch einmal das Mikrofon und bedankte sich ausgiebig bei seinen Musikern und mit einem großen Blumenstrauß auch bei den beiden Frauen in seinem Leben, Mutter und Ehefrau. Der hätte aber auch ihm selbst für seine Arbeit zugestanden.

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Bad Dürkheimer Zeitung
Ausgabe: Nr.259
Datum: Montag, den 08. November 2010
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